Erläuterung zur Heizungsumstellung und Hinweise zur richtigen Handhabung der Heizkörper

Im Zuge der Umstellung der Wärmeversorgung unseres Gebäudes von einer dezentralen Gasetagenheizung auf eine zentrale Fernwärmeversorgung wurden Anpassungen an der Heizungsanlage vorgenommen. In diesem Zusammenhang möchten wir Ihnen erläutern, weshalb die Vorlauftemperaturen abgesenkt wurden, warum sich die Heizkörper nun weniger warm anfühlen und wie die Heizkörper künftig richtig zu bedienen sind.

1. Systemwechsel von Gasetagenheizung zu Fernwärme

Bei der bisherigen Gasetagenheizung handelte es sich um ein dezentrales System, bei dem jede Wohneinheit individuell Wärme mit vergleichsweise hohen Vorlauftemperaturen erzeugt hat. Die neue Fernwärmeversorgung arbeitet hingegen als zentrales, hocheffizientes System, das auf eine kontinuierliche und energieeffiziente Wärmeabgabe ausgelegt ist. 

Fernwärmeanlagen sind darauf ausgelegt, mit niedrigeren Systemtemperaturen zu arbeiten, da dies:

  • die Energieverluste reduziert, 
  • den Primärenergiebedarf senkt, 
  • die Effizienz der Wärmeerzeugung erhöht und 
  • den gesetzlichen Klimaschutzanforderungen entspricht. 

2. Gesetzliche Vorgaben nach dem Gebäudeenergiegesetz (GEG) 

Die Absenkung der Vorlauftemperaturen ist gesetzlich erforderlich, um die Vorgaben des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) einzuhalten. Dieses schreibt einen energieeffizienten Betrieb von Heizungsanlagen vor und verlangt, dass Heizsysteme mit möglichst niedrigen Vorlauftemperaturen betrieben werden, sofern die erforderlichen Raumtemperaturen erreicht werden können. 

Ein Betrieb mit dauerhaft hohen Vorlauftemperaturen wäre weder energetisch sinnvoll noch gesetzlich zulässig. 

3. Warum sich die Heizkörper kühler anfühlen 

Durch die niedrigeren Vorlauftemperaturen fühlen sich die Heizkörper im Betrieb weniger heiß an als früher. Dies ist technisch bedingt und stellt keinen Mangel dar. Entscheidend ist nicht die Temperatur des Heizkörpers, sondern dass die gewünschte Raumtemperatur erreicht wird. 

Die Wärme wird heute gleichmäßiger und über längere Zeiträume abgegeben, anstatt in kurzen, sehr heißen Heizphasen. 

4. Wichtige Hinweise zur richtigen Handhabung der Heizkörper 

Viele Heizkörper werden derzeit noch so genutzt wie früher bei der Gasetagenheizung. Dieses Verhalten ist bei der neuen Fernwärmeversorgung jedoch nicht mehr optimal. Bitte beachten Sie daher folgende Hinweise: 

  • Heizkörper nicht dauerhaft herunterdrehen: 
    Das vollständige Herunterdrehen der Heizkörper (z. B. beim Verlassen der Wohnung tagsüber) führt dazu, dass die Räume stark auskühlen. Aufgrund der niedrigeren Vorlauftemperaturen dauert das anschließende Wiederaufheizen deutlich länger als früher. Seite 2 
  • Konstante Einstellung empfohlen: 
    Es wird empfohlen, die Heizkörper tagsüber auf einer gleichmäßigen Einstellung zu belassen, anstatt sie häufig ein- und auszuschalten. Eine konstante Beheizung ist bei modernen Heizsystemen effizienter und sorgt für ein angenehmeres Raumklima. 
  • Stellung „3“ ist nicht immer ausreichend: 
    Die Skalenstellung „3“ entspricht einer Raumtemperatur von ca. 20 °C unter normalen Bedingungen. Je nach Raumgröße, Lage der Wohnung und Außentemperatur kann es erforderlich sein, den Heizkörper höher einzustellen, um die gewünschte Raumtemperatur zu erreichen. 
  • Thermostatventile regeln automatisch: 
    Moderne Thermostatventile regeln selbstständig die Wärmezufuhr. Wird die gewünschte Raumtemperatur erreicht, reduziert das Ventil automatisch die Heizleistung. Ein dauerhaft höheres Einstellen führt daher nicht zu unnötigem Mehrverbrauch. 

5. Sicherstellung der Raumtemperaturen

Die Heizungsanlage ist so ausgelegt und eingestellt, dass die gesetzlich und mietrechtlich erforderlichen Raumtemperaturen erreicht werden können. Sollte dies in einzelnen Räumen trotz sachgerechter Nutzung nicht der Fall sein, bitten wir um eine entsprechende Mitteilung, damit eine Überprüfung erfolgen kann. 

6. Zusammenfassung 

Die Absenkung der Vorlauftemperaturen ist: 

  • technisch notwendig für den effizienten Betrieb der Fernwärmeanlage, 
  • gesetzlich vorgeschrieben zur Einhaltung des GEG, 
  • energetisch sinnvoll und umweltfreundlich. 

Eine angepasste Nutzung der Heizkörper ist erforderlich, um den gewünschten Wohnkomfort zu erreichen. Wir danken Ihnen für Ihr Verständnis und stehen für Rückfragen gerne zur Verfügung. 

Freundliche Grüße 
Städtische Wohnungsbaugesellschaft Friedrichshafen mbH